Förderung weiblicher Gesundheit

Wohlempfinden, Lebensqualität und eine hohe Lebenserwartung bei guter Gesundheit sind allgemein anerkannte Gesundheitsziele. Trotz höherer Lebenserwartung leiden aber vor allem ältere Frauen unter gesundheitlichen Problemen sowie unter Unter- und Fehlversorgung. Die Unterbezahlung von Pflegekräften bei oft gleichzeitiger Überlastung ist ein Skandal. So werden die Leitlinien, die besagen, dass bestimmte Erkrankungen bei weiblichen  Patientinnen anders behandelt werden müssen als bei männlichen, nicht regelhaft angewandt, etwa bei der Behandlung von Herzerkrankungen und Diabetes.

 

Zudem ist immer noch nicht gewährleistet, dass weibliche Patienten die gleichen Heil- und Hilfsmittel bekommen wie männliche Patienten, zum Beispiel qualitativ gleichwertige Ersatzmaterialien, künstliche Gelenke, Medikamentierung. 

Eine zu geringe Personalausstattung im Bereich Geburtshilfe führt in Kliniken zunehmend zur Vernachlässigung und teilweisen Unterversorgung der werdenden Mütter.

Eine von vielen Frauen gewünschte Unterstützung durch Hebammen wird durch versicherungswirtschaftliche Rahmenbedingungen zunehmend unmöglich gemacht.

In der fachärztlichen Ausbildung, bei der Bezahlung der meist weiblichen Pflegekräfte und bei der Behandlung von Patientinnen wirken Gender Bias mit fatalen Folgen für die betroffenen Frauen. So werden Ärztinnen in den Fachausbildungen regelhaft schlechter beurteilt als ihre männlichen Kollegen, sie verbleiben länger in der Ausbildung und arbeiten dadurch für sehr viel weniger Geld.

 

Unsere Forderungen im Einzelnen

 

  • Umsetzung der Frauenrechtskonvention, Übereinkommen zur Beseitigung jeglicher Form von Diskriminierung der Frau, CEDAW (Convention on the Elimination of All Forms of Discrimination Against Women), vor allem Paragraf 12(1): "Die Vertragsstaaten treffen alle geeigneten Maßnahmen zur Beseitigung der Diskriminierung der Frau im Bereich des Gesundheitswesens, um der Frau gleichberechtigt mit dem Mann Zugang zu den Gesundheitsdiensten, einschließlich derjenigen im Zusammenhang mit der Familienplanung, zu gewährleisten"
  • Genderdifferenziertes Monitoring aller Gesundheitsdaten
  • Förderung von gendersensibler Frauenforschung zur Identifizierung von Gender Bias im Gesundheitswesen
  • Konsequente Anwendung von Leitlinien unabhängig vom Geschlecht und gleichwertige Vergabe von Heil- und Hilfsmitteln an weibliche Patienten
  • Aufdeckung von Gender Bias in der fachärztlichen Ausbildung und höhere Bezahlung von Fachkräften des Gesundheitswesens, insbesondere der meist weiblichen Pflegekräfte
  • In Qualität und Quantität ausreichende Personalausstattung auf Geburtsstationen in Kliniken
  • Förderung der Betreuung werdender Mütter durch Hebammen, unter anderem notwendige Rahmenbedingen schaffen für realisierbare Haftungsmöglichkeiten der Hebammen